Krankenhaus-Dialog 2.0

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Am 31. Januar 2018 fand in der Bürgerhalle des Rauthauses der Krankenhaus-Dialog 2.0 statt. Es war ein interessanter Abend mit vielen Fragen an die beiden Chefs von der Diako Herr Wilde und von dem St. Franziskus-Hospital Herr Deitmaring und an unsere Oberbürgermeisterin Frau Lange und an Frau Seeman, eine Vertreterin des Gesundheitsministeriums in Schleswig-Holstein.

Zu Beginn erzählten die beiden Krankenhausleiter von ihre Vision des gemeinsamen Krankenhauses im Jahre 2030. Sie betonten, wie viel schneller und leichter die Aufnahme eines Patienten und seine Behandlungen sein werde. Es werde nur noch ein gemeinsames EDV-System geben, das die interne Arbeit enorm vereinfacht, anstelle von zwei EDV-Systemen wie es aktuell der Fall ist. Auch werde es nur eine gemeinsame Kappel und einen Raum der Stille geben. Herr Wilde betonte, dass es dann auch nur einen Krankenhausleiter und ein gemeinsames Krankenhauskonzept geben werde.
Es war ein schönes Bild, das die beiden für die Bürger ausmalten, dennoch war es recht blumig. Man merkte es an den Nachfragen, die im späteren Verlauf des Abends folgten. Davor wandte Frau Seeman sich an die Bürger dieser Stadt, sie berichtete von dem Weg des Projekts. Sie war positiv überrascht von der schnellen Entwicklung. Frau Seeman bedankte sich bei der Stadt, dass alle Gespräche bisher immer offen und ehrlich geführt wurden sind, und hofft, dass die Zusammenarbeit auch weiterhin so verlaufen wird.

Im Anschluss begann der offene Dialog mit den Bürger. Die wohl am häufigsten gestellte und die nicht beantwortete Frage, war die nach der Trägerschaft. Die beiden Herren konnten nur sagen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe und es auch nicht ihre persönliche Entscheidung sein. Es sei eine Entscheidung ihrer Vorstände und diese brauche Zeit. Feststehe nur, dass man sich gemeinsam um das Wohl der Patienten mithilfe eines gemeinsamen Behandlungskonzept kümmern wolle.
Es kam die Fragen nach den Rahmenbedingungen auf. Die Beteiligten versicherten, dass es dafür eine Planungsgruppe gibt, die sich alle 14 Tage trifft. Sie besteht aus internen Fachleuten, Mitarbeitern des Krankenhauses, externen Experten, Kommunalpolitikern und Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums.

Nicht nur interessierte Bürger nahmen an der Veranstaltung teil, auch eigene Mitarbeiter der beiden Häuser waren da, um den Dialog teils kritisch teils besorgt zu begleiten.
Eine Mitarbeiterin bat um ein Schwesternwohnheim für FSJern, damit diese in ihrer Zeit eine Unterkunft hätten, denn nur so könne man Interessenten die Möglichkeit geben im Krankenhaus zu arbeiten und diese für einen der Beruf im Krankenhaus begeistern. Schließlich werde es 2030 kein Krankenhaus geben, ohne Mitarbeiter.
Eine andere Mitarbeiterin, die nun schon über 50 Jahre als Krankenschwester arbeitet, hatte einen kleinen Text verfasst. Die Frau betont, was es für ein Verlust für die Stadt wäre, wenn eines der beiden Häuser im neuen Klinikum untergehen beziehungsweise eines die Oberhand hätte. Sie verwies auf das ökumenische Hospiz, das beide Häuser seit über zwanzig Jahren erfolgreich gemeinsamen betreiben.

Abschließend lässt sich sagen, dass es ein informativer Abend war. Auch wenn die Frage der Trägerschaft noch nicht geklärt ist. Die Bereitschaft der beiden Krankenhausleiter an einem Strang zu ziehen für ein gemeinsames Klinikum war deutlich sichtbar. Wir als Jungen Liberale Flensburg würden es sehr begrüßen, wenn es am Ende zu einer gemeinsamen Trägerschaft kommen würde.